Losgehen & Loslassen - Übergänge gestalten mit Luise Morgen
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:00: Also, wir sind gleich
00:00:01: auf.
00:00:02: Wir.
00:00:03: uns unterscheidet eigentlich
00:00:05: in
00:00:05: der Essenz gar nicht so viel außer das klarere Bewusstsein, dass der Mensch weiß, dass er sterben
00:00:12: wird.
00:00:15: und das unterscheidet uns ja nicht, weil ich werde auch sterben.
00:00:18: Ich weiß es noch nicht wann.
00:00:20: Zeit durchzuatmen!
00:00:22: Lodern und Leise wird dir präsentiert von Prima Vera.
00:00:29: Hallo liebe Luise So schön, dass du da bist.
00:00:33: Ich freue mich
00:00:33: sehr.
00:00:33: Ich freu mich ganz doll!
00:00:36: Liebe Luise, wann warst du das letzte Mal lodant?
00:00:41: Ich habe vor ein paar Monaten mit dem Boxen angefangen.
00:00:45: Hätte ich auch niemals erwartet, dass ich das mache aber darf ich noch mal so eine ganz neue, lodande Seite von mir kennenlernen dürfen.
00:00:52: Toll, so richtig Kraft und Stärke und Energie und
00:00:57: alles raus.
00:00:58: Alles raus.
00:00:59: Okay cool Und wann warst du das letzte Mal leise?
00:01:06: Die Situation, die mir gleich in den Kopf kommt ist als ich mich von meiner letzten Hospizbegleitung von einem Mann, den ich ein paar Monate jetzt begleitet habe verabschiedet habe.
00:01:17: Da waren wir zusammen einfach nur leises, gab gar nichts mehr zu sagen und es war ein sehr besonderer, sehr schöner Moment.
00:01:25: Eine schöner, leise Moment!
00:01:28: Sehr.
00:01:29: Danke schön.
00:01:30: Ich möchte heute mit dir übers Loslassen sprechen und übers Losgehen.
00:01:36: Und bevor wir mit dem Gespräch anfangen, würde ich dich aber gerne fragen wie du dich fühlst was du heute brauchst und was wir vielleicht tun können oder welche Duftmischung dir heute gut tun kann damit wir eine schöne Gesprächsatmosphäre haben.
00:01:59: Danke erst mal.
00:02:00: Ich freu mich sehr, dass ich hier bin und ich würde mich dann glaub ich passend ist es grad so schön eröffnet unser Gespräch mit dem lass los mit der laslustift Mischung.
00:02:11: Ja?
00:02:12: Ich glaube das passt gut.
00:02:13: Das passt auch gerade zu meinem mentalen Status.
00:02:18: deswegen perfekt.
00:02:19: Möchtest du noch mal dran riechen?
00:02:20: soll ich dir einmal öffnen?
00:02:27: Ja selber.
00:02:31: Ich freue mich sehr darüber.
00:02:33: Dann tropfe ich jetzt.
00:02:37: Das ist uns in den Vernebler.
00:02:41: Perfekt!
00:02:43: Möchtest du mitzählen?
00:02:44: Drei,
00:02:45: vier ... Nein, fünf, sechs...
00:02:49: Hat mich für Acht entschieden.
00:02:52: Wir sehen mal wieder hier rein dieser wunderschönen Regenbogen.
00:02:59: Ja.
00:03:00: Zuck!
00:03:00: Perfekte.
00:03:02: Es macht einen irgendwie glücklich die Farbrei zu sehen.
00:03:08: Es geht los.
00:03:11: Also noch einmal ich freue mich so dass du da bist möchte einfach nochmal sagen genau Intuitiv bist du gerade eher, möchtest du eine Frage zum Los gehen oder zum Loslassen hören?
00:03:25: Oh wow!
00:03:26: Lass uns losgehen.
00:03:28: Losgehen?
00:03:29: Okay, wohin gehen wir?
00:03:31: Wohin möchteste du was mir direkt einfällt?
00:03:36: Wuhin möchest du heute noch gehen?
00:03:38: Whuhin möchetest du generell gehen an deinem Leben?
00:03:42: Also ich mache das... Ich mach jetzt ein Fragenangebot sozusagen und weil Ich sehe, in deinem Kopf passiert ganz viel.
00:03:49: Ja!
00:03:49: Du hast sofort so gerückt und ich dachte okay wohin gehst du?
00:03:55: Luise...
00:03:56: Ich glaube ich bleibe erst mal beim heutigen Tag weil sonst quatschen wir jetzt gleich drei Stunden wo ich noch dieses Jahr und dieses Leben hingehen will.
00:04:05: Ich treffe heute nach unserem Gespräch.
00:04:08: Ich freue mich habe halt so viele schöne Gespräche mit tollen Frauen.
00:04:13: Ich treffe mich später noch mit meiner jemanden aus meinem Verein, aus meinem Hospizverein hier in Berlin.
00:04:21: Und da freue ich mich einfach hier so ein bisschen durch die Stadt zu floten und ja wie gesagt schöne Gespräche mit tollen Frauen zu haben.
00:04:30: Das macht total Sinn, dass das Losgehen in Verbindung passiert oder mit losgehend auf eine Begegnung hin.
00:04:41: Weil du jetzt gesagt hast aus dem Hospizverein möchtest du für die Menschen, die das nicht wissen erzählen wie deine Verbindung zum Hospiz-Verein ist was da deine Aufgabe ist?
00:04:55: Ich bin seit fünf Jahren ausgebildete Sterbebegleiterin Wer mir jetzt vielleicht der Begriff auch aus Piznet sagt.
00:05:04: Und ich habe die Ausbildung damals hier in Berlin gemacht, bei einem Verein und bin seitdem an der Seite von Menschen, die wissen dass sie bald sterben werden.
00:05:18: Das klingt immer so ein bisschen... Ich glaube man kann sich darunter nicht so richtig was vorstellen was vielleicht aber ganz gut ist weil jede Begleitung total anders aussieht also Je nachdem, welchen Menschen ich treffe, wie es der Person gerade geht.
00:05:32: Wer da auch drum herum ist, wo der Mensch wohnt und so weiter und sofort.
00:05:36: So unterschiedlich sind dann die Treffen.
00:05:38: Und das was ich wirklich zu tun habe aktiv.
00:05:43: Magst du ein konkretes Beispiel nennen?
00:05:47: Dass man eine Vorstellung hat davon, wie's sein könnte...
00:05:52: Also es gibt so ganz schöne leichte Treffen, also gerade wenn die Person auch noch mobil ist denke ich gleich irgendwie kommt zu einer Erinnerung auf.
00:06:01: Ich mit einer Frau, die ich eine Weile begleitet habe sind wir dann ganz entspannt, was ihr ja auch auf Hilfe angewiesen war durch ein Kiez spaziert, sind Eisessen gegangen und haben uns einfach die Sonne aus Gesicht scheinen lassen.
00:06:15: Also solche Begegnungen gibt es und dann gibt es aber eben auch Momente wo man einfach nur noch am Bett sitzt, also gerade wenn der Mensch gar nicht mehr verbal kommunizieren kann.
00:06:29: Dann ist es auch mal meine Aufgabe da einfach nur da zu sein und präsent zu sein vielleicht was vorzulesen Auch mal etwas zu singen das traue ich mir jetzt mehr und mehr oder Musik zu spielen mit Düften zu arbeiten Und eben so in die Kommunikation zu gehen.
00:06:45: Also solche Begegnungen gibt's auch.
00:06:48: Aber wie schön, dass du singst.
00:06:49: Naja,
00:06:51: manchmal.
00:06:54: Und fleißig!
00:06:55: Das berührt mich sehr weil ich kann mir vorstellen oder da kann ich mich gut einfühlen das es vielleicht über Windung kostet und gleichzeitig finde ich das was unheimlich Schönes und Vertrautes.
00:07:07: ja Eis essen und Sonne find' ich auch toll.
00:07:11: Was machst Du mit den Düften?
00:07:15: Das kommt auch wieder ganz auf die Person drauf an.
00:07:18: Also ich versuche, so ein bisschen rauszufinden.
00:07:21: Welcher Duft hat vielleicht im Leben eine Rolle gespielt?
00:07:25: Eine gute Rolle gespielen?
00:07:27: über Dufte kann man auch nochmal Erinnerungen hochholen oder natürlich erstmal ne schöne Wohlfühlenatmosphäre kreieren.
00:07:35: Je nachdem wo ich den Menschen begegne zum Beispiel im Krankenhaus und Pflegeheim in der Pflegeeinrichtung ist es schön einfach noch mal mit einem wohligen Duft zu kommen und nicht die Gerüche, die vielleicht durch Desinfektionsmittel oder ähnliches sowieso schon dann in den Einrichtungen herrschen.
00:07:53: Und das ist total schön, weil man merkt dass man damit auch Einfluss nicht nur auf die Person hat, die ich jetzt gerade im Moment begleite sondern auch auf das Personal, auf BesucherInnen kann einfach ganz viel Atmosphäre kreieren.
00:08:09: Wie findest du das raus?
00:08:10: Welche Düfte ... Ich frage mich gerade, wie finde ich eigentlich raus.
00:08:15: Welcher Duft mich an was erinnert?
00:08:17: Weil ganz oft passiert es ja erst in dem Moment, wo der Duft präsent ist.
00:08:21: Es gibt wenige Sachen, wo ich sage, ah, das kann nicht benennen und es gibt ja ganz oft diese Momente, wo man irgendwas riecht und denkt, das verbinde
00:08:30: ich.
00:08:32: Ja, also manchmal frage ich das einfach ganz konkret und schaue, ob dem Menschen was einfällt.
00:08:37: Ich versuche aber – und das ist ja generell auch meine Aufgabe als Sterbebegleiterin die wichtigste Aufgabe zuzuhören.
00:08:46: Und am Ende des Lebens macht man bewusst und mehr bewusst mal weniger bewusst sehr viel Biografiearbeit.
00:08:53: Das heißt, die Menschen erzählen sehr, sehr viel aus ihrem Leben und da ganz genau drauf zu achten funktioniert zum Beispiel gut beim Essen.
00:09:03: Man spricht auch am Ende des Lebens relativ viel über Essen, da kann man so ein bisschen schauen.
00:09:07: okay was ist irgendwie ein Geruch?
00:09:10: Mir kommt gleich eine Geschichte auf von einer Frau die ich sehr lange begleitet habe und in ihrem Leben haben Äpfel eine große Rolle gespielt an verschiedenen Punkten und sowas merke ich mir dann einfach und versuche dann irgendwie so ein bissel rum zu experimentieren und gemeinsam zu schauen oder auszuprobieren.
00:09:30: Schön.
00:09:31: Wenn du sagst, dass diese Biografiarbeit stattfindet, dann hab ich grad das Bild davon, dass du vielleicht auch so was wie ein menschliches Tagebuch bist, dass dir Menschen einfach ihre Geschichte anvertrauen?
00:09:44: Kann man das so sagen?
00:09:45: Ja total.
00:09:47: Also ... Das ist ein Aspekt an dieser Arbeit, den ich so lieb.
00:09:53: Wenn die Menschen wirklich sonst Geschichten erzählen kommen und... auch dann zu merken, was sind das für Anekdoten?
00:10:02: Was ist das für Elemente aus ihrem Leben über die am Ende gesprochen wird.
00:10:06: Und dann kann ich dafür ganz viel mitnehmen, weil es geht ganz viel um Liebe und Freundschaft und Familie.
00:10:16: Viel seltener geht's eigentlich um Karriere oder berufliche Meilensteine usw..
00:10:28: Hast du was Konkretes, wo du sagst?
00:10:31: Du hast ja schon gesagt, dass es sehr unterschiedliche Art und Weise sind Menschen zu begleiten.
00:10:36: Weil's wahrscheinlich auch sehr unterschiedlichere Menschen sind.
00:10:40: Und dementsprechend auch wie du schon gesagt hast ihr verschiedene Dinge tut, verschiedene Geschichten dir anvertraut werden.
00:10:48: aber gibt es so einen gemeinsamen Nenner oder ist etwas wo du sagtest Das hast du allgemein aus dieser Arbeit für dich mitgenommen?
00:10:58: So viel.
00:11:04: Na ja, ich glaube am Ende geht's um Gemeinschaft und Zusammensein.
00:11:13: Das ist was, was ich ganz viel mitnehme.
00:11:15: Um zu merken, dass die Menschen wissen, dass sie bald sterben ... Wir sind eigentlich gleich auf!
00:11:24: Der Unterschied ist nur, dass diese Menschen wissen, dass sie bald sterben.
00:11:27: Aber wir alle könnten ja ...
00:11:28: Wir sind bald auf!
00:11:30: Also wir sind gleich
00:11:31: auf?
00:11:31: Ach, gleich auf okay.
00:11:32: Wir
00:11:33: uns unterscheidet eigentlich in der Essenz gar nicht so viel außer das klare Bewusstsein, dass der Mensch weiß, dass er sterben wird.
00:11:45: und das unterscheidet uns ja nicht weil ich werde auch sterben Ich weiß es noch nicht wann Und was.
00:11:51: Ich bemerke, es geht um Gemeinschaft.
00:11:53: Es geht um Zusammensein und das sieht unterschiedlich aus.
00:11:56: Nicht alle Menschen wollen an ihrem Sterbebett ein großes Tohu-Wabu.
00:12:01: Viele wollen vielleicht
00:12:03: auch
00:12:04: allein sein ... Aber nicht das Gefühl haben, einsam zu sein, wenn das denn macht.
00:12:11: Deswegen denke ich dann auch an so stille Momente, wo ich einfach nur da bin.
00:12:20: Ich glaube, das ist etwas, um auf deine Frage zurückzukommen.
00:12:23: Was ich für mich so mitnehme dieses ... Ja...
00:12:28: Ich
00:12:28: bin auf jeden Fall, ich kann ja am Ende nur von mir sprechen, ein soziales Wesen und ich brauche und möchte Verbindungen.
00:12:34: Und jetzt denke ich grad irgendwie an gestern Abend.
00:12:36: Ich saß gestern abend auf dem Sofa.
00:12:38: Ich war total müde, fix und fertig hatte auch irgendeine Situation, die mich so ein bisschen traurig gemacht habe und saßte aufm Sofa und war eigentlich grade nur im Selbstmitleid irgendwie vergehen.
00:12:51: Und dann hat eine Freundin mich eingeladen und gesagt, komm noch vorbei.
00:12:53: Wir essen zusammen!
00:12:55: Und alles in mir hat sich eigentlich dagegen gesträubt da jetzt noch wieder hinzufahren.
00:12:59: Ich wollte irgendwie in diesem Selbstmitleid bleiben... ...und dann habe ich aber daran gedacht nie diese Verbindung dieses Zusammenseins, dieser Gemeinschaft die wird mir gut tun und das ist was ich brauche und ich glaube das ist so etwas wo ich es ganz im Alltag merke, was ich aus dieser Scherbebegleitungsarbeit mitnehmen kann.
00:13:19: Das ist auch eine total schöne Geschichte, dass deine Freundin einfach anruft und sagt, wir essen, komm vorbei?
00:13:25: Ja!
00:13:25: Und als sie dann meinte du kannst dich aufs Sofa legen und Nickerchen machen, weil es so genau das ist.
00:13:32: Ich glaube, das ist, was sich so mitnähe.
00:13:34: Dieses
00:13:34: Gemeinschaft und wir sind zusammen ohne die ganze Zeit miteinander interagieren müssen aber zu merken, dass man nicht alleine ist
00:13:43: D.h.,
00:13:43: deine Freundschaften, deine Beziehungen zu anderen Menschen sind dir klarer geworden?
00:13:51: Ja!
00:13:52: Kann man das so sagen?
00:13:53: Ja.
00:13:54: Schön.
00:13:54: Klarer
00:13:55: und ja auch immer wieder die Erinnerung den Menschen, die ich liebe, das zu sagen, dass auch zu zeigen.
00:14:04: Und ja total ist ein großer Aspekt.
00:14:10: Freundschaft... Das ist total schön weil Ich hab das Gefühl, als ich dich nach dem Los gehen gefragt habe.
00:14:19: Hast du gesagt so, ich treff mich noch mit einer Freundin?
00:14:22: Dann hab ich nach der Hospizarbeit gefragt und dachte, es ist eigentlich wieder loslassen.
00:14:27: Und der Kreis schließt sich gerade wieder so, weil wir bei der Freundschaft sind.
00:14:31: Ja, stimmt.
00:14:33: Das ist total schön!
00:14:37: Merken, dass deine Freundinnen auch.
00:14:40: Also merken die an dir eine Veränderung?
00:14:42: Verhältst du dich anders?
00:14:44: Bist du diejenige, die anruft oder die sagt ich will was unternehmen oder meldest du dich mehr?
00:14:52: Du hast gerade schon gesagt, du sagst den öfter das du sie gern hast.
00:14:54: Das finde ich auch sehr schön.
00:14:55: Ja
00:14:56: ganz wichtig.
00:15:02: Ich glaube auf jeden Fall, dass Sie eine Veranderung merken.
00:15:05: Ich kann das natürlich nur aus meiner Perspektive irgendwie beantworten.
00:15:11: Was ich merke und was für mich total schön ist, dass ich glaube auch im Freund in den Kreis so ein Self-Space bin.
00:15:17: Was alles das Thema Trauerabschied tot bedeutet.
00:15:23: Das finde ich total schön, dass sich da noch mehr Gespräche entwickelt haben.
00:15:26: Und es heißt jetzt nicht, dass wir rund um die Uhr über den Tod sprechen.
00:15:29: Ich glaube auch nicht ,dass das sehr förderlich ist.
00:15:32: Aber dass wir da auch mal miteinander darüber gesprochen haben und dass wir auch mal gesagt haben hey wie stellst du dir eigentlich deine Beerdigung vor?
00:15:38: Ja,
00:15:39: und ich glaube diese Frage zum Beispiel schwarbert und warbert ja irgendwie bei allen so ein bisschen rum.
00:15:45: Aber sich wirklich mal hinzusetzen und zu sagen wir beantworten uns diese Frage jetzt mal weil ich will das auch von dir wissen.
00:15:53: Das hat noch eine neue Ebene in unsere Freundschaft gebracht und so einen neuen Mut und...ja das würde ich sagen ist so einer der Veränderungen.
00:16:03: Weißt du, was ich total toll finde?
00:16:06: Du sprichst die ganze Zeit mit einer unheimlichen Leichtigkeit davon.
00:16:10: Also der so intuitiv ist oder impulsartig ist, glaube ich, die Reaktion auf das Thema Sterbebegleitung, auf Trauer und Tod einfach eine unheimliche schwere Belastung.
00:16:25: Und ich höre bei dir ... so eine große Bereicherung dadurch raus.
00:16:32: Ich denke, dass du bestimmt schon oft gehört hast von Menschen, oh das könnte ich nicht oder da habe ich sehr großen Respekt und es ist bestimmt auch total gerechtfertigt weil ich mir vorstellen kann, dass es vielleicht auch ne große Hürde war für dich diesen Weg zu gehen also dass du da vielleicht auch sehr mutig sein musstest dich irgendwann mal dafür zu entscheiden.
00:16:55: Ja, das finde ich gerade so spannend dass du das ansprichst.
00:17:00: Also ich glaube auch, dass sich heute so eine Leichtigkeit irgendwie um das Thema spüre und merke.
00:17:06: mir ist es trotzdem immer wichtig und das hast Du ja auch gerade schon gesagt.
00:17:09: Mir ist es sehr wichtig den Tod und vor allem das Sterben nicht zu romantisieren weil es kann schon einfach düster und schrecklich und traurig und unfair sein Aber gleichzeitig eben auch alles andere.
00:17:26: Und die Leichtigkeit und die Schönheit darin.
00:17:32: Interessanterweise, weil du das gerade mit dem Mut meintest... Mich hat das gar nicht so viel Mut gekostet irgendwie!
00:17:38: Ich weiß noch ich habe das erste Mal tatsächlich in einem Podcast von diesem Ehrenamt gehört dass es das überhaupt gibt.
00:17:44: Ich wusste das vorher gar nicht.
00:17:46: Und ich wusste sofort intuitiv Das will ich machen, das ist was für mich.
00:17:51: Da sehe ich mich da gehöre ich hin.
00:17:54: Und das ist aber auch, was ich oft Freundinnen und Bekannten sage.
00:17:59: Die vielleicht einen Ehrenamt suchen oder dasselbe machen wollen.
00:18:03: Aber dann eine Sorge dafür haben.
00:18:04: Dann sag ich, ihr müsst es nicht machen?
00:18:06: Ihr habt eine Stärke und Mut oder eine Intuition und eine Verbindung bei anderen Themen.
00:18:10: Also ich zum Beispiel könnte überhaupt nicht ... Ich habe es versucht in einer Kinder- und Jugendhilfe und Kinder-und-Jugendarbeit mich ehrenamtlich zu engagieren.
00:18:19: Das schaffe ich überhaupt nicht!
00:18:21: Das kann ich nicht, das geht mir viel zu nahe.
00:18:23: Interessant.
00:18:24: Und
00:18:25: das hat mich noch mal so darin bestätigt, dass ja ich habe irgendwie diese Verbindung und die Kapazitäten und die Möglichkeit diese Sterbebegleitung zu machen.
00:18:34: und andere Menschen machen glücklicherweise und da bin ich sehr dankbar dafür die Dinge und Aspekte wo mir der Mut halt fehlt oder die Kraft.
00:18:43: Das finde ich wiederum super spannend, weil ich raushöre, dass du ein sehr intuitiver Mensch bist.
00:18:49: Also das klingt für mich so als wärst du gut mit dir selbst auch in Verbindung.
00:18:56: Dass du direkt diesen Impuls folgen konntest und sagen konntes, das ist was für mich, das kann nicht Und es hat sich ja bewahrheitet, weil du's jetzt schon seit mehreren Jahren machst.
00:19:13: War das auch ein Weg zu diesem mit sich selbst verbunden sein?
00:19:18: Das war ein langer Weg.
00:19:25: Ich würde sagen, dass ich gerade als junge Frau im Teenageralter während der Uni nicht wirklich in Verbindung mit mir und meinem Körper
00:19:35: war ... weil
00:19:37: das einem ja aber auch keiner beibringt und keiner sagt, wie es funktioniert.
00:19:43: Wie funktioniert's denn, Luise?
00:19:46: Ich habe für mich verschiedene Wege gefunden und ich glaube... naja die Frage ist so schwer zu beantworten!
00:19:56: Aber es ist gut diese Frage zu stellen.
00:19:58: Ja.
00:20:00: Und vielleicht ist das auch schon wieder die Antwort auf die Frage.
00:20:02: Diese Frage sich immer wieder zu stellen und auch anderen zu stellen.
00:20:07: Ich habe, glaube ich so mit Anfang zwanzig viel angefangen mich mit mir zu beschäftigen.
00:20:12: Noch intensiver Tagebuch zu schreiben das mache schon immer aber noch intensiver.
00:20:16: Ich hab viel gelesen und ich glaube was aber wirklich nochmal was verändert hat ist als ich mir Hilfe gesucht habe.
00:20:24: Als sich mehr ältere Menschen erfahrene lebenserfahrene Menschen Lehrerinnen gesucht haben die ich frage ihr Wissen und ihre Tools an die Hand geben.
00:20:36: Ich glaube, das ist eine Möglichkeit, das
00:20:41: herauszufinden.".
00:20:42: Das berührt mich gerade persönlich sehr weil ich diese Sehnsucht total kenne dieses sich danach sehen so ja so ne weise Person irgendwo in seinem Leben zu haben lebensweise Personen die Erfahrung weitergebt, die Erfahrung teilt.
00:21:05: Die nicht auf dich runter guckt und sagt mach mal, sondern meine Erfahrung sagt das und das.
00:21:12: vielleicht hilft sie dir weiter?
00:21:15: Es macht auch total Sinn dass du sagst, dass dir deswegen die Sterbebegleitung so gut liegt weil du ja indirekt total viel Lebensweisheit erzählt bekommst ohne das zu romantisieren.
00:21:27: aber in meinem Kopf macht es gerade eine total logische Verbindung
00:21:31: auf Total, ja total.
00:21:34: Diese Menschen aber auch spirituelle Lehrer in verschiedenen Traditionen, denen man folgen kann.
00:21:46: Genau also Lebenserfahrung ist glaube ich ein guter Punkt.
00:21:50: und gerade was du auch meintest mit diesem auf Augenhöhe sich zu begegnen und nicht Tipps zu bekommen so die Du musst das jetzt so machen, sondern eher Ja, Impulse und Horizont-Erweiterungen.
00:22:02: Dass jemand sagt ja schau doch mal in die Richtung oder lauf doch mal los indien.
00:22:07: Okay jetzt
00:22:08: hast du das so schön gemacht mit dem Lauf doch mal Los dass ich dann frage So wohin läufst du denn noch?
00:22:13: wohin gehst du dennoch in deinem Leben?
00:22:18: Leise Goodie Pause bevor es lodant weitergeht.
00:22:22: In Luises leben ist wirklich Raum für die großen Themen Trauer Trost Verbindung.
00:22:29: Gerade deshalb ist Luises Lieblingsprodukt das Lebensfreude-Raumspray von Primavera die perfekte Unterstützung im Alltag.
00:22:37: Der sonnige warme Duft von Orange, Frangipani und Lycea sorgt für Freude und Ausgeglichenheit!
00:22:44: Also, code Luise Leise wie immer groß uns zusammen eingeben und du bekommst das Lebens freude Raumspray von primavera zu deiner Bestellung geschenkt – alle Infos wie immer in den Shownotes.
00:22:58: Viel Spaß weiterhin mit Lodand und Leise.
00:23:04: Auch sehr große Frage,
00:23:06: I'm sorry!
00:23:08: Sehr große Frage.
00:23:11: Ich glaube was mir intuitiv wieder einfällt ist dass ich noch mehr in mich gehen will, noch mehr IN mir herausfinden will Und auf diesem Weg der Selbsterkenntnis, wie bin ich in Verbindung mit mir?
00:23:28: Nicht denke irgendwann, ich bin jetzt hier fertig.
00:23:30: Sondern das ist glaube ich so mein... Ich will immer weiterlaufen, immer weiter neugierig bleiben.
00:23:35: Immer wenn ich das Gefühl habe und es ist etwas was ich wirklich versuche zu kultivieren in allen Bereichen, dass wenn ich's Gefühl habe zu wissen wie etwas funktioniert, dass ich mich dann frage naja und was kann es noch sein?
00:23:47: Was gibt es noch?
00:23:48: Wo kann ich noch neugierig sein?
00:23:52: Und das ist vielleicht so die Sache einfach immer weitergehen.
00:23:54: Hast du
00:23:55: da aktuell grad ein Thema, wo es gerade aktuell deine Neugierde ...
00:24:02: Ähm ... Aktuell ist meine Neugierte im Austausch mit anderen auch noch mehr in mich zeigen.
00:24:15: Ich hab das Gefühl grade durch meine Arbeit als Content Creatorin und Autorin, dass ich schon sehr viel von mir preisgebe.
00:24:24: Aber da vielleicht auch immer wieder neue Nuancen nicht nur in meiner Arbeit, aber auch in meinen Freundschaften.
00:24:29: Ich habe es tatsächlich dieses Jahr auf meinem Vision Board geschrieben noch mehr Facetten von mir zu zeigen.
00:24:36: Ich hab zum Beispiel eine ganz alberne kindliche Seite an mir Und das steht auf meinem vision board, dass sich das in freundschaften mit meinen Freunden dann noch ein bisschen mehr zeige als eh schon.
00:24:46: Das sind nicht total schön.
00:24:50: Quatschmachen.
00:24:51: Quatschsmachen, spielerisch sein... sich nicht selber so ernst nehmen?
00:24:57: Großes Thema!
00:24:59: Verstehe ich gut für mich direkt angesprochen.
00:25:02: Ja, nimmst du dich sehr ernst?
00:25:03: Denkst du oder...?
00:25:04: Ich habe einmal mal Angst dass ich zu ernst bin.
00:25:09: Deswegen ist so Hab ich mich gefragt, wann hab ich das letzte Mal quatsch gemacht?
00:25:14: Ich nehm mich jetzt einfach mal direkt mit.
00:25:18: Aber schön!
00:25:21: In dich gehen... Was machst du um in dich zu gehen?
00:25:24: Also wir haben sehr viel über.
00:25:27: Freundschaften sind ein großes Thema und du hast aber vorhin auch gesagt wenn die Menschen, die du begleitest wollen Manchmal auch alleine sein, ohne einsam zu sein.
00:25:37: Ist das was du als für dich zelebrierst?
00:25:41: Dass du mit dir alleiner bist?
00:25:44: und die ganz große Frage ... Ich glaube, dass es trotzdem viel Kraft kostet, was du da an Arbeit leistest.
00:25:51: Wo tangst du auf?
00:25:53: Wie regenerierst
00:25:54: du's?
00:25:54: Ähm ja... Alleine sein ohne einsamt zu sein.
00:26:00: Ich brauche schon auch sehr viel Zeit für mich selber.
00:26:03: Ich habe eine sehr intensive Meditationspraxis, das ist glaube ich einer meiner größten Anker im Alltag auch in Hinblick auf die Hospizarbeit.
00:26:14: Ich meditiere jeden Tag, ich gehe einmal im Jahr mindestens ins Meditationszentrum für zehn Tage wo ich zehn Tage Meditiere und schweige.
00:26:23: also dass ein bisschen dieses Thema allein sein.
00:26:26: In mich gehen meinen mich kennenlernen, mich finden.
00:26:32: Das sind auf jeden Fall essenzielle Dinge die ich brauche.
00:26:35: Ja, diese Praxis.
00:26:38: Okay habe ich noch nicht gemacht dieser Erfahrung zehn Tage zu schweigen das ist zum Beispiel für mich.
00:26:44: Kannst du dir das vorstellen?
00:26:46: Ich glaube ich hätte Angst davor.
00:26:48: also ich glaube ich hatte eine große angst davor Zu gucken was alles an Gedanken kommt.
00:26:54: aber ich hab
00:26:55: auch.
00:26:56: Also das würde mich Mut kosten ja
00:27:00: Versteh ich.
00:27:01: Tut's bei mir auch, nach all den Jahren immer noch?
00:27:03: Ja.
00:27:05: Also das ist so ... Das kommt jetzt grad mit mir in die Schublade vom Losgehen.
00:27:09: Es ist ein Plan, dass kann man mal sich angucken, ob man mal in die Richtung geht.
00:27:14: Aber so für
00:27:16: später auf dem
00:27:17: Rad.
00:27:18: Voll okay!
00:27:19: Ich versteh es.
00:27:21: Sehr schön.
00:27:23: Ich frag' dich einmal zwischendurch, ganz kurz bist du so.
00:27:26: Es ist... Geht's dir gut
00:27:27: hier?
00:27:27: Die wird diesen durften ich für ihn gesagt.
00:27:29: Ich kenne den sehr gut!
00:27:31: Ich benutze ihn auch selber gerne zu Hause.
00:27:35: Deswegen fühlt sich es direkt so vertraut an.
00:27:37: Also so
00:27:38: heimlich.
00:27:40: Ist das auch was, was du zur Meditation verwendest oder?
00:27:45: Dürfte bei meiner Meditation tatsächlich nicht.
00:27:47: Meine Meditationspraxis, der ich folge, die ist sehr simpel, auf die Essenz.
00:27:55: Und es geht wirklich sehr um Körperbewusstsein, deswegen versuche ich da jegliche Ablenkung von außen und das ist ja auch dieser Sinn hinter diesen zehn Tagen jeden Einfluss von Außen rauszulassen.
00:28:07: was aber sehr spannend ist weil wenn du zehn Tage lang nichts hörst fast nicht zuhörst nichts sprichst keine Intensiven.
00:28:16: also die Meditationszentren sind sehr simpel alles ist sehr klar Nicht viel siehst sozusagen.
00:28:23: Das Essen ist auch sehr simpel, wenig gewürzt.
00:28:26: Jetzt komme ich dazu.
00:28:27: also alle Sinne fahren sich sozusagen so ein weil es gibt nicht viel was reinkommt.
00:28:32: und dann wenn du rauskommst nach den zehn Tagen sind alles so geschärft.
00:28:36: ja Ich bin total im körper ich fühle jede zelle jede alles Und dann zu riechen ist total krass.
00:28:44: oder Musik zu hören oder oder oder
00:28:46: Du machst quasi Sinn fast Ja Wild.
00:28:52: Und das ist toll!
00:28:54: Das ist ein ganz abgefahrenes Gefühl, ich muss gerade an so eine Situation denken als ich aus einem Meditationszeitraum nach Hause gefahren bin und ich musste über den Münchner Hauptbahnhof einen Zug nehmen.
00:29:09: Und es war für mich so krass weil ich gefühlt alles gerochen habe was in diesem Bahnhof passiert ist.
00:29:16: Was natürlich schön und weniger schön war.
00:29:18: Aber ohne Wertung zu bleiben, war es krass zu merken.
00:29:22: Wie viel ich wahrnehmen kann?
00:29:26: Das kann ich mir gut vorstellen, weil ich auch ein Stadtmensch bin und denke jedes Mal, wenn ich in eine sinnesärmere Umgebung komme ... Dann komm ich zurück und denke so, das ist wirklich
00:29:40: krass.
00:29:41: Einfach ein ganzer Eimer voll von Gerüchen und Geräuschen und Persönlichkeiten.
00:29:48: Farbenformen.
00:29:50: Mhm, so laut!
00:29:51: Ja... Loslassen würde ich dich gerne noch fragen.
00:29:56: Gibt es was, was du gerade loslässt oder was du noch loslassen möchtest?
00:30:03: Also was ich grade ganz akut loslasse ist mein neues Buch.
00:30:08: Ich habe ein Buch geschrieben und da bin ich grad, das beschäftigt mich wirklich sehr intensiv, gerade dieses Loslassen von.
00:30:18: Das ist jetzt geschrieben, das ist jetzt fertig.
00:30:20: Das ist bei den Leuten zu Hause und ich muss jetzt loslassen, dass ich das Gefühl habe daran noch irgendwas ändern zu können.
00:30:26: Weißt du was ich meine?
00:30:27: Wenn man so ein Projekt irgendwie in die Welt hinaus schickt, ist dann so... Jetzt is es nicht mehr an mir!
00:30:34: So, das was die Leute daraus machen – und das ist ja bei einem Buch… das ist eigentlich allem, was man so in der Welt hinaus bringt.
00:30:42: Die Sache ….
00:30:44: Lass ich das bei den anderen, also ich lasse es jetzt los.
00:30:47: Kontrolle abgeben?
00:30:48: Ja.
00:30:50: Aha!
00:30:51: Ist nicht so einfach?
00:30:54: Gerade bei so einem Buch an dem man so lange gearbeitet hat ist es nicht so leicht.
00:30:59: Aber ich glaube, ich mache's ganz gut.
00:31:02: Ich habe kurz den Eindruck gehabt, dass hat dich Kraft gekostet oder du hast das bewusst entscheiden müssen.
00:31:09: Stimmt das?
00:31:15: Sorry, ich wollte nicht so bohren.
00:31:16: Nein das ist ja voll gut!
00:31:18: Das ist wie gesagt ein Thema was gerade sehr präsent bei mir ist.
00:31:23: Ja ich glaube es hat ganz viel damit zu tun und zu vertrauen auch die Verantwortung bei anderen zu lassen.
00:31:33: Es kostet mich schon Überwindung aber ich glaube ich versuche dann halt immer wieder zu sagen Ich habe mein allerbestes gegeben und die Menschen die dieses Buch brauchen werden es finden.
00:31:44: Sie werden auch wohlwollend damit umgehen, was ich dir
00:31:46: gemacht habe.
00:31:48: Und im besten Fall hast du durch das Loslassen mehr Zeit in den Freundschaften zu pflegen
00:31:55: und wieder neue Ideen auch zuzulassen.
00:32:00: Also wieder los gehen?
00:32:01: Immer wieder losgehen.
00:32:02: Wie du es vorherhin, du hast glaube ich so eine Kreisbewegung vorangemacht.
00:32:06: Habe
00:32:06: ich bestimmt gemacht, liebe dass!
00:32:08: Losgehen, loslassen.
00:32:10: Hängt immer miteinander zusammen.
00:32:12: Toll
00:32:14: Hast du ein Bild dazu im Kopf?
00:32:16: Gibt es einen größeren Kreislauf, weil wir über loslassen und losgehen sprechen.
00:32:23: Was als Paar zusammengehört.
00:32:25: Aber hast Du für Dich auch in Deiner Spiritualität oder Lebenserfahrung so ein Circle of Life, der als Regelwerk funktioniert oder als Erfahrung?
00:32:39: Große Frage.
00:32:41: Danke, das kann ich gut!
00:32:42: Ich glaube... Die schweren Fragen stellen?
00:32:45: Ja
00:32:45: super also ich glaube ein Regelwerk sozusagen für mich habe ich noch nicht entdeckt oder kenne ich nicht, glaube ich gerade noch nicht dran wenn wir jetzt wirklich über das große Ganze sprechen wollen Leben und Tod und meine Spiritualität und meine Ansicht zu diesem Thema.
00:33:01: Ich glaube manchmal in den Jahren die ich jetzt diese Sterbelbekleidung mache dass es vielleicht auch da für jeden eine ganz individuelle Antwort gibt.
00:33:13: Ein ganz individuellen Weg, aber jetzt mache ich das auch die ganze
00:33:17: Zeit!
00:33:20: Ich glaube schon, dass alles auf jeden Fall miteinander zusammenhängt.
00:33:24: Ja okay, d. h., wenn du z. B. deine Freundin siehst und also du hast ja gesagt ihr sprecht auch über Trauer, über Loslassen Und dass du da so eine Säule sein kannst.
00:33:39: Wo sind zum Beispiel deine Freundinnen, ne Säue für dich?
00:33:42: Oder... Also das hat sich auch nach einem Kreislauf oder einem Austausch angehört.
00:33:49: Gibt es einen Austausche mit dir und deinen FreundInnen?
00:33:53: Ja immer!
00:33:56: Ich glaube nicht, dass Freundschaften oder Verbindungen in jeder Art immer ein Fifty-Fifty geben und neben sein müssen
00:34:03: aber
00:34:03: es ist immer eine Verbindung, es ist immer ein Austausch.
00:34:07: Es ist immer in Miteinander und auch dabei
00:34:09: wiederwehren.".
00:34:10: Das ist deine Love Language?
00:34:12: Oh das würde ich neulich schon gefragt!
00:34:16: Ich glaube meine Love Language ist dass ich mich gut anpassen kann daran was die Person mit der ich gerade in Verbindung bin braucht.
00:34:26: Ich weiß nicht ob du das kennst oder ob du dies hast.
00:34:28: Ich glaube nämlich auch dass wir alle eine Love Language haben die wir selber am besten verstehen also wie du dich zum Beispiel am meisten geliebt fühlst.
00:34:36: Und
00:34:37: ich glaube, das ist meine Love Language dass sich das sehr gut anpassen kann und spüren kann auf das und hören kann zuhören kann zwischen den Zeilen lesen kann was der Mensch gerade braucht.
00:34:48: Ja okay und Präsenz!
00:34:51: Das heißt du bietest dann die Love Language an die die Person grade braucht also dich als exklusive Person oder als hilfsbereite Person?
00:35:03: Oder als beschenkende Person.
00:35:06: Wenn ich das leisten kann, wenn ich die Kapazitäten habe, dann versuche ich es so zu machen.
00:35:12: Und würdest du sagen, dass die Menschen deinem Leben dich auch gut lesen können?
00:35:17: Hast du Menschen, die wissen was du brauchst?
00:35:21: Ja, glaub ich schon und ich werde aber immer besser darin, das zu formulieren das selber zu spüren.
00:35:28: Ich sehe da in meinen Freundschaften und in anderen Lebensbereichen sehr, sehr viel Verantwortung bei jedem Einzelnen und jeder Einzelne, dass wir selber spülen was wir brauchen und dass wir das mitteilen können.
00:35:40: Absolut!
00:35:41: Ich ziehe dir kurz dazu eine eigene Geschichte weil es wirklich so ein ... wie sagt man?
00:35:49: Ein erhellender Moment war wirklich, dass mich mal vor vielen Jahren ein Freund gefragt hat.
00:35:57: Was brauchst du?
00:35:58: Und es war aber das erste Mal, dass es in dieser Formulierung mich jemand gefragt hat und das hat so viel mit mir gemacht, dass mir jemand diese Frage stellt, dass ich erst da richtig angefangen habe darüber nachzudenken.
00:36:13: wie kann ich denn meine Bedürfnisse formulieren?
00:36:17: Also vielleicht habe ich sie vorher gespürt und vielleicht hab' ich sie auch irgendwie indirekt formuliert, aber das war so etwas was mir total geholfen hat dass sich das überhaupt gefragt wurde.
00:36:28: Und dass ich das sehr schön finde, dass seitdem auch Menschen zu fragen, was brauchst du?
00:36:33: So schön!
00:36:34: So schön, dass Du es gerade erzählst weil das ist glaube ich genau die Basis in der Arbeit, die ich mache sowohl in der Sterbebegleitung als auch was ich ja noch mache.
00:36:42: Es ist Menschen bei ihrer Abtreibungserfahrung zu begleiten Und das ist genau die Aufgabe eigentlich, dass zu fragen und wie du es gerade auch beschrieben hast.
00:36:50: Ich kenne das auch persönlich und ich erlebe das in all diesen Begleitungen, dass allein diese Frage sich schon so warm und unterstützend anfühlt.
00:37:00: Und manchmal aber auch ein bisschen überfordern.
00:37:02: Das klang ja bei dir auch grad so ein bisschen durch ne?
00:37:05: Wenn man's nicht gewohnt ist.
00:37:06: Genau!
00:37:06: Wenn
00:37:06: mans nicht gewöhnt ist, wenn man sie nicht spürt... Ich glaube viele von uns im hektischen Alltag sind auch sehr ... Wir sind Expertinnen darin geworden, auch unsere eigenen Bedürfnisse runterzuschrauben und wegzudrücken.
00:37:23: Und sich gegenseitig zu unterstützen, gemeinsam hinzuschauen und hinzuheuchen.
00:37:28: Was man gerade
00:37:28: braucht?
00:37:29: Du hast es gesagt, du begleitest ... Du machst Abtreibungsbegleitung, unterscheidet die Arbeit sehr von der Scherbebegleitung.
00:37:38: oder ist das ... Wie ich das mir jetzt gerade so sehr naiv denke, geht es da auch generell um Abschied nehmen und loslassen?
00:37:47: Ist das ähnlich?
00:37:51: Ich glaube in der Essenz ist es sehr ähnlich.
00:37:54: Weil das Wichtigste in meiner Arbeit ist erst mal überhaupt dazusein.
00:37:59: Und ich glaube beide Situationen... wirklich schwer und sterbenskrank zu sein.
00:38:06: Und in der Entscheidung, eine Schwangerschaft abzubrechen sind beides schwere teilweise dunkle Momente im eigenen Leben.
00:38:15: Und es sind auch Momente wo sich sehr viele Menschen nicht herantrauen.
00:38:20: vielleicht zurückziehen also das Umfeld.
00:38:23: Ich glaube dann ist so meine Aufgabe.
00:38:25: ich bin trotzdem da.
00:38:29: Insofern ähneln sich die beiden Aufgaben.
00:38:32: Natürlich gibt es aber dann schon auch große Unterschiede in der Ausführung und was dann wirklich konkret passiert, und was besprochen wird ist natürlich schon sehr anders.
00:38:41: Aber ja das gibt auf jeden Fall diese Parallelen.
00:38:45: Fühlst du dich unter Druck dass du Freude mitbringen musst oder dass du irgendwo so eine Positivität mitbringen muss?
00:38:54: oder umgekehrt gefragt, wenn du eine eigene Schwere hast weil du ja auch Mensch mit Gefühlen bist.
00:39:02: Ist es schwer das für dich mit irgendwo hinzunehmen in so einem Moment?
00:39:09: Ich versuche das nicht mitzuneben.
00:39:11: also als Sterbebegleiterin und als Dula-Verabtreibung versuche ich in der Begleitung in dem Moment wo ich mit der Person bin mich leer zu machen in einer professionellen Rolle zu sein und wirklich ins Service zu sein.
00:39:28: Das heißt, meine eigenen Themen sowohl Schwere als auch Leichtigkeit bleiben erst mal draußen und ich gucke wirklich was wird gerade gebraucht?
00:39:37: Ich bin nicht da bei keiner der beiden Aufgaben um die andere Person aufzumontan oder abzulenken.
00:39:44: Oder irgendwie zum Lachen zu bringen, ich bin aber auch nicht da um einen Drama draus zu machen oder Tränen zu trocknen, die vielleicht noch gar nicht da sind sondern ich bin wirklich da und zu gucken was brauchst du gerade?
00:39:59: Es klingt wunderschön es klingt auch nach total viel Verantwortung.
00:40:05: also es klingt auch so dass du dafür sehr sehr geerdet sein muss.
00:40:10: Dass du grade gesagt hast, ich mach mich vorher leer ist ja auch aus meiner Perspektive eine große Fähigkeit.
00:40:21: Also wirklich zu sagen Ich lasse das außen vor und gehe in diese Professionalität.
00:40:27: und gleichzeitig so wie du es beschreist schätze ich dich als sehr sanft und sehr liebevoll ein.
00:40:34: Und das irgendwie hinzubekommen, zu sagen ich lasse meine Themen außen vor.
00:40:37: Ich bring trotzdem eine liebevolle, sanfte Art mit und mache diesen Raum.
00:40:43: Ich schaffe Raum
00:40:45: ja total.
00:40:47: Dann möchte ich dir gerade Danke sagen dass du das tust.
00:40:50: einfach weil das was so schönes ist.
00:40:55: Das lass ich mal kurz
00:40:56: mich
00:40:56: fühlen.
00:40:57: Sehr schön danke für die Wertschätzung.
00:41:01: Und ja, ich glaube es ist eine sehr große Verantwortung in dem was ich tue.
00:41:06: Einfach weil's auch ne Machtdynamik gibt.
00:41:09: Weil die Leute, die zu mir kommen oder die ich begleite... Auch eine gewisse Erwartungshaltung vielleicht an mich haben.
00:41:16: und gleichzeitig aber indem ich mich so leer mache und indem ich schaue was sind die Bedürfnisse der Person nehme ich auch ein bisschen den Druck und die Verantwortung von mir weg.
00:41:24: Ich sag' Es geht in allererste Linie erst mal darum präsent zu sein da zu
00:41:28: sein
00:41:30: So zu hören.
00:41:33: Würdest du grundsätzlich Menschen empfehlen, zu sagen schaut euch das an ob das was für euch ist wenn ihr ein ähnliches Gefühl habt wie ich also wie du das hattest dass das irgendwie zu einem passen könnte würdest du menschen ermutigen dazu so einen Schritt auch zu gehen und andere Menschen bei so existenziellen Themen zu begleiten.
00:41:56: Also zwei Dinge die mir nicht zu einfallen.
00:42:00: Ich glaube ich würde immer uns alle dazu ermutigen, mehr in das Gemeinsame zu gehen.
00:42:06: Immer dazu ermutigend auch in herausfordernden Zeiten, möglicherweise dunklen Zeiten an der Seite unserer Menschen zu bleiben, seien es jetzt Freunde, sei es Familie, bekannte oder Nachbarn, dass wir uns da zusammennehmen und mutig sind und sagen ich bin hier und bleib hier Ohne dass ich irgendwie riesig was leisten muss.
00:42:31: Ich meine, das kennt man ja auch wenn man selber mal überlegt in Krisenzeiten, in herausfordernden Zeiten aus dem eigenen Leben ist ja vor allem das Wichtigste, dass irgendjemand da ist.
00:42:39: also das ist immer so.
00:42:40: diese Ermutigung Ja auf jeden Fall lasst uns unterstützen, lass uns zusammen sein und zusammen irgendwie dadurch navigieren ohne dass ich jetzt jemand anderen unbedingt eine Lösung finden muss.
00:42:52: darum geht es ja gar nicht um das sozusagen ernsthaft professionell zu machen, also Sterbebegleiterin zu werden oder Dula für Abtreibung zu werden.
00:43:02: Wer da Neugierder hat auf jeden Fall, let's go!
00:43:05: Macht das unbedingt und auch einfach schauen... Also ich habe damals die Ausbildung zur ehrenamtlichen Sterbebekleiterin gemacht und hatte gar nicht die Absicht es unbedingt dann auch zu tun.
00:43:15: Es war irgendwie auch erst mal nur eine Neugierte und ich glaube auch da wieder können wir nie genug lernen.
00:43:24: Ich hab in dieser Ausbildung, die geht ungefähr hundert Stunden.
00:43:27: So viel gelernt über den Tod, über das Sterben, über Kommunikation, Sachen, die ich gar nicht wusste.
00:43:33: Deswegen immer neugierig bleiben und Sachen ausprobieren.
00:43:38: Toll!
00:43:38: Ja, ich danke dir für genau diese Antworten.
00:43:43: Gibt es noch irgendetwas ... was du jetzt frei von allen Assoziationen, die wir haben?
00:43:50: Gibt's noch irgendwas, was du erzählen möchtest?
00:43:52: Möchtest du noch etwas von deinem Buch sagen?
00:43:55: Fragen zu meinen Fragen, denkst du so bitte?
00:43:59: Das wollte ich dir jetzt aber noch erzählen und du hast es nicht angesprochen.
00:44:07: Wir haben ja super viele schöne Sachen besprochen.
00:44:09: Ich glaube Ja vielleicht wollen wir noch ein bisschen können wir einfach schauen wo die Reise hingeht losgehen.
00:44:17: das ganze Thema Schwangerschaftsabbruch das ist ja auch irgendwie ein Prozess des Loslassenes hatten wir gerade auch schon besprochen.
00:44:23: über die die Parallelen.
00:44:28: Da kann ich mir vorstellen, dass wir noch ein paar Worte dazu finden.
00:44:34: Weil es mich selber total beschäftigt, weil ich auch merke...
00:44:40: ...dass
00:44:41: oft Leute total begeistert sind von der Sterbebekleidung die ich mache und das weiß ich total zu schätzen.
00:44:48: Und bei der Arbeit als Dula für Abtreibungen ist immer noch so'n bisschen mehr So'n ja vielleicht unsicherheitsgefühl Und so ein, okay was macht sie da eigentlich?
00:44:59: Was bedeutet das eigentlich und gerade wo ich das hier auch wieder so schön rieche.
00:45:06: Ja es ist mir glaube ich eine Anliegen nochmal zu sagen dass beide Prozesse sehr bereichernd sein können und dass man im Loslassen immer etwas gewinnt.
00:45:20: weißt du wie ich meine?
00:45:22: Ich weiß, was du meinst.
00:45:23: Ich hab lustig zu fragen, hast du Lust davon zu erzählen von deiner Arbeit?
00:45:27: Weil ich glaube ... Ich verstehe genau, was Du sagst.
00:45:30: Das ist so Sterbebegleitung vielleicht sogar für Menschen leichter zugänglich.
00:45:36: Wenn Du möchtest, erzähl gerne davon!
00:45:38: Also mich interessiert es und ich glaube ganz viele zuhören.
00:45:41: Da interessiert das auch sehr.
00:45:43: Und vielleicht willst Du diese Unsicherheitslücke da schließen?
00:45:48: Ja, ich glaub... Na, vielleicht das Wichtigste ist erst mal so ein bisschen diesen Dula-Bekriff.
00:45:53: Ich bin eines nachts... ich weiß nicht was ich da wieder online irgendwie... naja, wie man halt so rumhängt im Internet und bin über diesem Begriff Abortion-Dula gestolpert.
00:46:04: und in den USA es ist eine ziemlich große Sache, es ist ein sehr großes Netzwerk Und in Deutschland habe ich dazu aber gar nichts gefunden.
00:46:10: und ich glaube deswegen ist auch oft dass Leute einfach gar nicht wissen was das ist und hab mich dann in den US ausbilden lassen also online Und mache jetzt seit ungefähr einem Jahr gehe ich dieser Tätigkeit nach und begleite Menschen, Frauen auf diesem Weg.
00:46:30: Das ist ganz unterschiedlich.
00:46:31: Ähnlich auch wieder wie bei der Sterbebegleitung.
00:46:34: Je nachdem wo die Person überhaupt gerade steht vor der Abtreibung während des Schwangerschaftsabbruchs oder danach.
00:46:44: Um da nicht zu weit auszuufern was ich da genau mache... Ich glaube mein größtes Anliegen diese Erfahrung zu wieder etwas gemeinsam hinzumachen.
00:46:55: Weil ich meinen eigenen Schwangerschaftsabbruch vor sechs Jahren als was sehr isoliertes wahrgenommen habe, sehr schambehaftet und damit dann irgendwie auch was sehr Einsames ist.
00:47:11: Und heute in meiner Arbeit es ist ein Anliegen zu sagen Ich bin hier an deiner Seite.
00:47:17: Sehr sehr viele Menschen vor dir haben diese Erfahrungen schon gemacht.
00:47:21: Mit dir machen sie die gerade.
00:47:23: Und wir können daraus was möglichst Gutes machen, auch wenn für niemanden ob wir es leh eine Abtreibung auf der Bucketlist steht und dass keiner haben will und das sicherlich keine schöne Erfahrung ist.
00:47:35: aber wir können Daraus etwas weniger Blödes machen.
00:47:40: einfach ich sehe dich
00:47:42: genau.
00:47:42: ja das macht voll Sinn
00:47:45: Ich sehe dich und du musst nicht leiden
00:47:51: oder nicht alleine.
00:47:53: Ja, tatsächlich.
00:47:55: Okay, total schön.
00:48:00: Danke dir liebe Luise!
00:48:01: Ich
00:48:01: danke dir!
00:48:06: Ja, zusammen ausatmen.
00:48:09: Ja ich
00:48:09: weiß
00:48:10: große schwere Themen.
00:48:12: Ja aber guck mal wie schön das haben wir jetzt ja wirklich... Da hat keiner gesagt atmet mal sondern es ist auch ein schönes Zeichen von Verbindung.
00:48:26: Ich freue mich so sehr, dass ich mit dir darüber sprechen durfte.
00:48:30: Und noch mal auch dir das zurückzugeben.
00:48:35: Alle schwere Anthemen die wir besprochen haben hast du mit so einer Leichtigkeit und mit so eine Helligkeit auch besprochen.
00:48:44: also es hat sich nicht schwer und nicht dunkel angefühlt sondern einfach.
00:48:51: Ich dachte, ich kann da gut hingucken.
00:48:53: Ich verstehe das gut.
00:48:55: Ich bedanke mich bei dir, dass du heute auf jeden Fall ganz viel Sichtbarkeit geschaffen hast.
00:49:00: Danke dir!
00:49:01: Es war sehr schön.
00:49:04: Das war Lodern und
00:49:06: Leise
00:49:07: ein Podcast von Primavera Deine Bio-Pionier für Aromatherapie und Naturkosmetik.
00:49:13: Redaktion Konzept und Executive Producing Meerit Grüner und Vivian Keller.
00:49:19: Video und Sounddesign Lenni de Luca Und ich
00:49:22: bin
00:49:22: eure Host, Berte Filmer.
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